
Ich habe das Buch anlässlich der eher mäßigen Ausstellung zu Balkrishna Doshi im Vitra Design Museum, Weil am Rhein erworben.
Der Text ist teilweise sehr anrührend geschrieben, manchmal auch etwas naiv, gelegentlich sehr lustig, dann auch wieder langweilig. Doshis Erzählungen drehen sich elliptisch um sich selbst, rufen dabei immer wieder große Namen der Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts auf, insbesondere LeCorbusier und Kahn werden immer wieder genannt. Auf diesen Ellipsen erfährt man einiges über Doshis Herkunft, er spricht über eine Reihe seiner großen Projekte, man erfährt auch, dass er versucht gemäß einer indisch-hinduistischen Tradition und Weltanschauung zu bauen. Leider versteht man nicht, wie diese theoretische Grundlage seines Schaffens genau aussieht. Die Texte bleiben seltsam vage und unzusammenhängend. Es sind lose aneinandergereihte, halbdurchdachte Fragmente, die kein klares Bild der architektonischen Haltung des Meisters abgeben. Das Ganze scheint anlässlich der Verleihung des Pritzker Preises mit heißer Nadel gestrickt und schnell auf den Markt geworfen. Dennoch ist das Buch streckenweise sehr unterhaltsam und liest sich auch recht geschmeidig. Es lässt den Leser am Ende allerdings etwas ratlos zurück. Weitaus interessanter als der Text, sind die vielen eingestreuten Skizzen, die das künstlerische Talent Doshis deutlich zeigen. Diese kleinen Miniaturen sind in sich heitere kleine Erzählungen, Durchblicke in eine faszinierende Welt, die hier mühelos an uns vorüber tanzt. Diese Skizzen allein machen das Bändchen eine lohnende Anschaffung.